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Christliche Wohngemeinschaft im „Campus Kartause“: Warum Helga Winkels Teil des Wohnprojekts werden möchte

Auf dem Gelände des Campus Kartause, des ehemaligen Kartäuserklosters, ist eine christliche Wohngemeinschaft geplant. Bald können die ersten Mietverträge unterschrieben werden. Helga Winkels möchte dort einziehen. Sie spricht im Interview darüber, warum sie sich bewusst für ein Leben in Gemeinschaft entschieden hat, welche Hoffnungen und Erwartungen sie mit der christlichen Wohngemeinschaft verbindet, welche Herausforderungen sie sieht – und was ihr persönlich für ein gelingendes, spirituell geprägtes Miteinander wichtig ist.

Warum haben Sie den Wunsch, Teil der neuen christlichen Wohngemeinschaft zu werden?

Helga Winkels: Ich setze mich seit längerem mit dem Gedanken auseinander „Wie möchte ich im Alter leben/wohnen“. Da ich nicht allein, sondern in Gemeinschaft leben und wohnen möchte, bietet es sich natürlich an, eine Wohngemeinschaft mit Gleichgesinnten zu suchen. Das Besondere und was mich am Campus Kartause so fasziniert, begeistert und berührt, ist, dass es sich um eine christliche Wohngemeinschaft handelt: man teilt nicht nur Gemeinschaft, Wohnen, Alltag und Güter miteinander, sondern vor allem auch Spiritualität und moralische Werte.

Gemeinschaftliches Leben bringt Nähe und Tiefe – aber auch Herausforderungen. Was erhoffen Sie sich persönlich vom Leben in der christlichen Wohngemeinschaft?

Helga Winkels: Was ich mir erhoffe, ist auf jeden Fall Gemeinschaft. Man hört viel von Alterseinsamkeit. Dem möchte ich beizeiten vorbeugen. Ist es nicht toll, wenn man sich spontan mit anderen verabreden kann, ohne dass man einen Termin vereinbaren muss, wie das heute oft so üblich ist? Und ist es nicht ferner toll, sich im Rahmen einer Gemeinschaft  gegenseitig zu helfen und zu unterstützen?

Außerdem freue ich mich darauf, dass wir gemeinsam an einem Projekt arbeiten wollen und auf die Spiritualität, die wir gemeinsam leben wollen.

Helga Winkels: Als eine Herausforderung sehe ich auf jeden Fall das Thema: Nähe und Distanz. In den Gesprächen, die wir miteinander als Interessent*innen geführt haben, war das ein großes Thema. Ich glaube, gerade im fortgeschrittenen Alter ist das nochmal ganz besonders wichtig: die Nähe zu anderen, die man sich in einer Wohngemeinschaft wünscht und eine gesunde Distanz.

Was möchten Sie selbst in diese Gemeinschaft einbringen?

Helga Winkels: Natürlich möchte und werde ich MICH in die Gemeinschaft einbringen, mit meinen Fertigkeiten und Fähigkeiten, mit meinen Stärken und Schwächen, mit meinen Ecken und Kanten ;-).

Wenn Sie an die Zukunft des Projekts denken: Welche Art von Miteinander, Spiritualität oder Alltag wünschen Sie sich für die Menschen, die dort zusammenleben werden?

Helga Winkels: Ich wünsche mir ein Miteinander, das sich durch einen respektvollen und wertschätzenden Umgang auszeichnet, dabei ist es ganz besonders wichtig, den Facetten der anderen mit Offenheit zu begegnen und sie zu respektieren.

Es braucht aber auch den Raum, sich miteinander auseinanderzusetzen, denn nur so können wir als Einzelne und als Gemeinschaft wachsen.

Helga Winkels: Ich wünsche mir Verbundenheit und dass wir Glauben miteinander teilen und praktizieren, z. B. in Form von Andachten, dass wir gemeinsam beten, gemeinsam singen. Gerade auch als Chorsängerin spüre ich immer wieder, wie die Musik und die Worte mich berühren und Kraftquelle sind. Ich möchte, dass unsere gelebte Spiritualität Kraftquelle für unseren Alltag ist. Gerade gestern habe ich in einem Gottesdienst den so schönen Satz mitgenommen: „Ich bin dankbar, unter Deinem Dach in einer Gemeinschaft leben zu können.“ Hier war die Gemeinschaft der Gläubigen gemeint, für mich ist es im Besonderen: die christliche Wohngemeinschaft. Ganz besonders wichtig ist mir auch, dass sich die dort lebenden Menschen wohlfühlen und die Wohngemeinschaft ihr Schutzraum und ihr Zuhause (geworden) ist.

Text: APK
Foto(s): APK

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